Vitamin D3 & K2 in den Wechseljahren: Was für deine Knochen zählt
Mit dem Ende der fruchtbaren Jahre sinkt der Östrogenspiegel – und das hat direkte Folgen für die Knochen. Gleichzeitig ist Vitamin D in Deutschland gerade im Winterhalbjahr oft knapp. Wir zeigen, was in den Wechseljahren im Knochen passiert, welche Nährstoffe jetzt besonders wichtig werden und wie du deine Versorgung im Blick behältst.
Warum sind Vitamin D3 und K2 in und nach den Wechseljahren wichtig?
Östrogen schützt die Knochen. Fällt es in den Wechseljahren ab, wird Knochensubstanz schneller abgebaut – besonders in den ersten Jahren nach der letzten Regel. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen und zur normalen Aufnahme von Calcium bei, Vitamin K ebenfalls zur Erhaltung normaler Knochen. Dazu kommen ausreichend Calcium, Eiweiß und Bewegung – allen voran Krafttraining.

3 Takeaways auf einen Blick
Östrogen schützt den Knochen
Mit dem Östrogenabfall beschleunigt sich der Knochenabbau. Die ersten Jahre nach der Menopause sind besonders entscheidend.
Vitamin D ist oft knapp
Zwischen Oktober und März reicht die Sonne in Deutschland kaum für die Eigenbildung. Ein Bluttest schafft Klarheit.
Knochen lieben Belastung
Nährstoffe liefern das Material, Krafttraining setzt den Reiz. Erst beides zusammen macht den Unterschied.
Inhaltsverzeichnis
Knochen in den Wechseljahren
Knochen sind lebendiges Gewebe. Spezielle Zellen bauen ständig alte Knochensubstanz ab (Osteoklasten) und neue auf (Osteoblasten). Bis etwa Mitte 30 überwiegt der Aufbau, danach verliert der Körper langsam an Knochenmasse.
Östrogen bremst die abbauenden Zellen. Sinkt der Spiegel in den Wechseljahren, verschiebt sich das Gleichgewicht deutlich: In den ersten Jahren nach der Menopause kann die Knochendichte schneller abnehmen als in jeder anderen Lebensphase. Deshalb steigt das Risiko für Osteoporose bei Frauen nach der Menopause stark an.
Die gute Nachricht: Ernährung, Bewegung und eine gute Nährstoffversorgung sind Stellschrauben, die du selbst in der Hand hast. Und je früher du damit beginnst, desto besser.


Sonnenvitamin mit Lücke im Winter
Der Körper bildet Vitamin D über die Haut, wenn UVB-Strahlung auf sie trifft. In Deutschland ist das etwa von April bis September möglich – im Winterhalbjahr steht die Sonne zu tief. Mit dem Alter lässt zudem die Fähigkeit der Haut nach, Vitamin D zu bilden. Über die Nahrung kommt nur wenig hinzu, vor allem aus fettem Fisch, Eiern und Pilzen.
Die DGE gibt einen Schätzwert von 20 µg (800 I.E.) Vitamin D pro Tag an, wenn die Eigenbildung fehlt. Ob du gut versorgt bist, zeigt der Blutwert 25(OH)D. Als ausreichend gilt meist ein Wert ab 50 nmol/l (20 ng/ml).
- trägt zur Erhaltung normaler Knochen und einer normalen Muskelfunktion bei
- trägt zur normalen Aufnahme von Calcium bei
- trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
Der Partner von Vitamin D
Vitamin K kommt in zwei Hauptformen vor: K1 (Phyllochinon) steckt vor allem in grünem Blattgemüse, K2 (Menachinone) in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut, gereiftem Käse und dem japanischen Natto. In Nahrungsergänzungen wird K2 meist als Menachinon-7 (MK-7) eingesetzt, weil es lange im Körper verbleibt.
Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Es wird für die Aktivierung von Osteocalcin gebraucht, einem Protein, das Calcium in die Knochenmatrix einbaut. Vitamin D sorgt dafür, dass Calcium aufgenommen wird – deshalb werden beide gern kombiniert.


Was deine Knochen außerdem brauchen
Vitamin D und K sind nur ein Teil des Bildes. Die DGE empfiehlt Erwachsenen 1.000 mg Calcium pro Tag – am besten über die Ernährung.
- Calcium: Milchprodukte, Hartkäse, calciumreiches Mineralwasser (über 150 mg pro Liter), Grünkohl, Brokkoli, Sesam und Mandeln.
- Eiweiß: Protein trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Ab 50 lohnt es sich, auf die tägliche Menge zu achten.
- Magnesium: trägt ebenfalls zur Erhaltung normaler Knochen bei und steckt in Vollkorn, Nüssen und Hülsenfrüchten.
- Krafttraining und Sprungbelastung: Mechanische Belastung ist einer der stärksten Reize für den Knochenaufbau – zwei Einheiten pro Woche sind ein guter Start.
- Weniger Alkohol, kein Rauchen: Beides beschleunigt den Knochenabbau.
Bluttest, Knochendichte und Einnahme
Bevor du längerfristig Vitamin D ergänzt, lohnt sich ein Blick auf deinen Ist-Zustand. Der 25(OH)D-Wert im Blut zeigt, wie gut deine Speicher gefüllt sind. Viele Hausarztpraxen bestimmen ihn auf Wunsch, gesetzlich Versicherte zahlen ihn meist selbst, wenn kein konkreter Verdacht besteht.
Bei familiärer Vorbelastung, früheren Knochenbrüchen oder langfristiger Kortisoneinnahme kann eine Knochendichtemessung (DXA) sinnvoll sein. Sprich das bei deiner Gynäkologin oder deinem Hausarzt an.
Tipps zur Einnahme
- Vitamin D und K sind fettlöslich: am besten zu einer Mahlzeit einnehmen.
- Tropfen lassen sich gut dosieren und auf einen Löffel oder ins Essen geben.
- Nicht mehrere Vitamin-D-Präparate gleichzeitig nehmen und die Tagesmenge im Blick behalten.

Knochen-Mythen im Faktencheck
„Osteoporose ist reine Altersfrage.“ Nein. Gene spielen mit, aber Bewegung, Ernährung und Nährstoffversorgung beeinflussen, wie viel Knochenmasse du aufbaust und erhältst.
„Viel Milch reicht.“ Calcium ist wichtig, aber ohne Vitamin D wird es schlechter aufgenommen und ohne Belastung kaum in den Knochen eingebaut.
„Im Sommer ist Vitamin D kein Thema.“ Wer viel drinnen ist oder konsequent Sonnenschutz nutzt, bildet auch im Sommer wenig. Im Winter ist die Eigenbildung in Deutschland praktisch null.
„Für Krafttraining bin ich zu alt.“ Im Gegenteil: Gerade nach den Wechseljahren profitieren Knochen und Muskeln besonders von gezieltem Training.
FAQ — Vitamin D3 & K2 in den Wechseljahren
Soll ich meinen Vitamin-D-Wert messen lassen?
Ja, der Blutwert 25(OH)D zeigt, wie gut du versorgt bist. Gerade vor einer längerfristigen Einnahme ist ein Test sinnvoll.
Warum D3 und K2 zusammen?
Beide tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei und ergänzen sich in ihrer Funktion. Deshalb werden sie häufig kombiniert.
Wann nehme ich Vitamin D am besten ein?
Zu einer Mahlzeit mit etwas Fett, da Vitamin D fettlöslich ist.
Brauche ich im Sommer auch Vitamin D?
Wer regelmäßig draußen ist, bildet im Sommer meist genug selbst. Im Winterhalbjahr sieht das anders aus.
Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?
Vitamin K kann die Wirkung von Gerinnungshemmern wie Phenprocoumon beeinflussen. Bitte vorher ärztlich abklären.
Kann man zu viel Vitamin D nehmen?
Ja. Vitamin D wird gespeichert, sehr hohe Mengen über lange Zeit können zu einem erhöhten Calciumspiegel führen. Halte dich an die empfohlene Tagesmenge.
Ab wann sollte ich an meine Knochen denken?
Am besten schon vor den Wechseljahren. In den ersten Jahren nach der Menopause ist der Knochenabbau am stärksten.
Welches Training ist gut für die Knochen?
Krafttraining, zügiges Gehen, Treppensteigen und leichte Sprünge setzen gute Reize. Zwei bis drei Einheiten pro Woche sind ein guter Anfang.
Quellen & weiterführende Lektüre3 Referenzen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Vitamin D, Calcium.DGE
- Dachverband Osteologie (DVO): Leitlinie Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose (2023).Leitlinie
- EU-Register für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben – Vitamin D, Vitamin K.Europäische Kommission









